Was wurde aus der Million Dollar Homepage?
Im August 2005 stellte ein britischer Student namens Alex Tew eine Webseite ins Netz, die aus nichts weiter bestand als einem Raster: tausend mal tausend Pixel, eine Million Felder. Jedes Feld kostete einen Dollar, verkauft wurde in Blöcken von zehn mal zehn Pixeln, also für mindestens hundert Dollar. Wer kaufte, durfte ein winziges Bild hineinsetzen und es verlinken. Tew wollte damit sein Studium bezahlen.
Es dauerte keine fünf Monate. Die letzten tausend Pixel versteigerte er im Januar 2006 bei eBay, sie gingen für 38.100 Dollar weg. Zusammen kamen 1.037.100 Dollar zusammen — mehr als die Million, die im Namen stand. Die Idee war so einfach, dass sie sich in einem Satz erzählen liess, und genau das war ihr Antrieb: Jeder, der davon hörte, konnte sie weitererzählen.
Und heute?
Die Seite steht noch. Das Raster ist unverändert, die kleinen Bilder sitzen da, wo sie 2005 platziert wurden. Was nicht mehr steht, sind viele der Ziele dahinter: Wer heute auf die bunten Flächen klickt, landet oft bei geparkten Domains, Fehlerseiten oder Firmen, die es längst nicht mehr gibt. Die Werbung ist geblieben, das Beworbene ist verschwunden.
Das ist kein Vorwurf, sondern der natürliche Lauf: Eine Seite, deren Inhalt aus Verweisen nach aussen besteht, altert genau so schnell wie das Netz um sie herum. Übrig bleibt ein Bild, das niemandem mehr etwas verkauft — aber als Zeitkapsel eines Internets von 2005 interessanter ist als jede der Anzeigen, aus denen es besteht.
Warum die Idee funktionierte
Drei Dinge kamen zusammen. Die Fläche war endlich: Eine Million Felder, danach nie wieder eins. Der Preis war lächerlich klein, aber die Rechnung dahinter riesig. Und das Ergebnis war sichtbar: Wer mitmachte, sah seinen Platz, konnte ihn zeigen, und jedes gefüllte Feld machte das Ganze voller. Knappheit, Kleinstpreis und Sichtbarkeit — daran hat sich in zwanzig Jahren nichts geändert.
Was wir anders machen
Das 1 Million Pixel Projekt nimmt dieselbe Rasterform und dreht den Zweck um. Hier wird keine Werbefläche verkauft, sondern ein Platz in einem gemeinsamen Bild. Was auf dem eigenen Bereich entsteht, wird im Editor gestaltet statt als fertiges Banner hochgeladen — es zeigt also nichts, was irgendwann tot verlinkt sein kann. Wer mehr zusammenhängende Felder hat, bekommt mehr Einzelbilder für eine kleine Animation: ein Feld ist statisch, ab neun Feldern zwei Bilder, ab 25 drei, ab 100 die vollen vier.
Zu jedem Werk gehört ein digitales Teilnahmezertifikat mit eigener Adresse. Und damit es nicht missverstanden wird: Das ist ausdrücklich keine Geldanlage und kein Kryptowert, sondern ein Beitrag zu einem gemeinsamen digitalen Kunstwerk. Was Inhalte dürfen und was nicht, steht in den Community Guidelines, die rechtliche Einordnung in den Risikohinweisen.
Der Stand gerade eben
Ein Pixel kostet einen Euro, brutto. Die Leinwand ist dieselbe Grösse wie damals: tausend mal tausend Felder, und mehr wird es nie geben.
Die Zahlen auf dieser Seite kommen aus der Datenbank des Projekts und werden stündlich aufgefrischt. Betrieben wird das Projekt von LIFEbpm, Johannes Grohmann, aus Fürth.